Rebound-Effekt

Aus Wiki der verantwortungsvollen Digitalisierung
Version vom 6. August 2026, 18:40 Uhr von Administrateur (Diskussion | Beiträge) (Offizielle Terminologie der Charta)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Der Rebound-Effekt, auch Jevons-Paradox genannt, bezeichnet den Anstieg des Verbrauchs, der auf eine Effizienzverbesserung folgt. Die erwartete Einsparung wird ganz oder teilweise durch verändertes Verhalten aufgezehrt.

Er lässt sich als der Verbrauchsanstieg beschreiben, der aus dem Wegfall von Nutzungsgrenzen entsteht: monetären, zeitlichen, sozialen, körperlichen, oder solchen des Aufwands, der Gefahr und der Organisation.

Wie er sich in der IT zeigt

  • Ein schnellerer Dienst wird häufiger genutzt.
  • Billigerer Speicher führt dazu, mehr Daten aufzubewahren.
  • Ein leistungsfähigeres Netz erlaubt schwerere Videoformate.
  • Ein je Anfrage sparsameres KI-Modell trägt eine weit höhere Zahl von Anfragen.

Direkt und indirekt

Direkt
die Einsparung fließt in dieselbe Nutzung zurück. Ein sparsamerer Rechner bleibt länger eingeschaltet.
Indirekt
die Einsparung fließt anderswohin. Das nicht für Strom ausgegebene Geld finanziert einen anderen Verbrauch.

Folge für jede Suffizienzstrategie

Wer allein an der Effizienz ansetzt, hat keine Gewähr, die Gesamtwirkung zu senken. Damit die Einsparung eintritt, braucht es eine Grenze: ein Ressourcenbudget, eine Mengenobergrenze, eine ausdrückliche Entscheidung, das Eingesparte nicht neu zu verwenden.

Genau hier trennen sich Effizienz und Suffizienz. Die erste verbessert das Verhältnis von Leistung zu Ressourcen. Die zweite stellt die Menge der Leistung infrage.

Siehe auch